Bereits bei 8 Grad plus kann es sein, dass ein Flugzeug enteist werden muss. Die Enteisungssaison dauert vom 1. Oktober bis zum 30. April des Folgejahres. Enteisungen von Flugzeugen können aber das ganze Jahr anfallen und durchgeführt werden. Das liegt dann meistens an den kalten Tanktemperaturen bei Flugzeugen, die mit einem fast vollen Tank hier landen, der aber durch einen Flug auf Minusgrade abgekühlt ist. Das kann auch im Mai oder Juli passieren. Dann muss der Tank ebenfalls enteist werden. Durch die Enteisung von Flugzeugen werden die aerodynamischen Fähigkeiten der Flugzeuge erhalten und gesichert. Während der Enteisungssaison stehen die Supervisoren und circa 100 freiwillige Helfer in Rufbereitschaft für die Flugzeugenteisung. Es gibt zur Zeit 8 Luftfahrzeug-Enteisungsfahrzeuge mit ausfahrbaren Arbeitskabinen, von denen aus die Mitarbeiter mit Spritzpistolen ein Glykol-Wasser-Gemisch auf Tragflächen, Höhenruder und Seitenleitwerk, also auf alle aerodynamisch wichtigen Teile aufsprühen. So wird die Beweglichkeit der Klappen und Ruder sichergestellt, das Startgewicht eingehalten und verhindert, dass Eisstücke Schäden anrichten.
Die Enteisung dauert etwa bei einer Boeing 737 rund 10 Minuten im 1-Step-Verfahren, wenn also das Entfernen von Eis und das Schützen vor neuer Eisbildung in einem Vorgang erfolgt. Dieses Verfahren wird bei Frost oder wenig Niederschlag in 85 Prozent der Fälle angewendet. Beim 2-Step-Verfahren, das bei starkem Schneefall angewandt wird, entfernen die Mitarbeiter temperaturabhängig mit bis zu 80 Grad heißem Wasser oder einem entsprechenden Glykolanteil Eis und Schnee. Danach muss innerhalb von 3 Minuten ein Anti-Icing-Fluid zum Schutz auf die behandelten Flächen gesprüht werden. Damit auch hier die Enteisung in 10 Minuten erfolgen kann, werden bei größeren Maschinen wie einem Airbus 300 oder einer MD 11 mehrere Fahrzeuge eingesetzt. Die Maschine wird für ein bestimmtes Zeitfenster vor Wiedervereisung geschützt. Das aufgesprühte Mittel fließt in der Startphase bei einer Geschwindigkeit von 135 Kilometer pro Stunde oder 85 Knoten von der Fläche ab und ist beim Abheben komplett verschwunden.
Die Kosten für das Enteisen trägt die jeweilige Fluggesellschaft.