Glossar

  
ADV
 
Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen. Seit 1947 vertritt die ADV die Interessen der deutschen Verkehrsflughäfen und Verkehrslandeplätze. Die ADV fördert und gewährleistet die Zusammenarbeit und den Erfahrungsaustausch ihrer Mitglieder in allen flughafenrelevanten Fragen: auf den Gebieten Recht, Wirtschaft, Bau, Technik, Betrieb, Umweltschutz, Verkehr, Öffentlichkeitsarbeit, Personal- und Sozialwesen.
 
  
Äquivalenter Dauerschallpegel (Leq)
 
Der äquivalente Dauerschallpegel ist ein Beurteilungs-pegel, bei dem maximale Lautstärke, Zeitdauer des Lärmereignisses und Anzahl der Lärmereignisse in die Berechnung eingehen. Tages- und Nachtzeit werden dabei rechnerisch verschieden gewichtet. Vereinfachend gesagt gibt der Leq Auskunft über die Lärmmenge.
 
  
Arbeitsgruppe Nachtflug
 
Die Arbeitsgruppe Nachtflug wurde Anfang 2000 vom Bundesministerium für Verkehr-, Bau- und Wohnungswesen (BMVBW) ins Leben gerufen. Zur Gruppe gehörten das nordrheinwestfälische Ministerium für Mittelstand, Technologie und Verkehr (MWMEV), die Deutsche Flugsicherung (DFS), das Luftfahrtbundesamt (LBA), die Flughafen Köln/Bonn GmbH sowie am Nachtflug beteiligte Fluggesellschaften. Im März 2000 hat sich die Arbeitsgruppe auf einen Katalog von elf Maßnahmen verständigt, um die Lärmbelastung am Köln Bonn Airport weiter zu verringern.
 
  
Bonusliste
 
In der Bonusliste erfasst das Bundesverkehrsministerium besonders leise Kapitel-3-Flugzeuge.
 
  
Continuous-Descent-Approach
 
Die Phase bevor der eigentliche Instrumentenanflug beginnt. Ziel ist es, das Flugzeug so lange wie möglich in größerer Höhe zu halten. Die Verringerung der Flughöhe wird in Geschwindigkeit umgesetzt. Dabei wird die Triebwerkskraft verringert.
 
  
DFS
 
Deutsche Flugsicherung GmbH. Die Aufgaben der DFS sind im einzelnen im Luftverkehrsgesetz geregelt. Sie umfassen vor allem die Verkehrslenkung (Flugverkehrskontrolle) sowie die Entgegennahme, Bearbeitung und Weiterleitung von Flugplänen. Die DFS ist außerdem für die Planung, Errichtung und Inbetriebhaltung aller für diese Zwecke notwendigen technischen Einrichtungen und der Funknavigationsanlagen für Luftverkehrsteilnehmer zuständig. In Zusammenarbeit mit Flughäfen und Luftverkehrsgesellschaften erarbeitet die DFS flugsicherungsbetriebliche Verfahren und Maßnahmen zur Verminderung von Fluglärm.
 
  
Flottenerneuerungsprogramm
 
Im Oktober 1997 ist die für den Köln Bonn Airport gültige Nachtflugregelung in Kraft getreten. Sie legt fest, dass zwischen 22 Uhr und 6 Uhr nur Kapitel-3-Flugzeuge, die auf der Bonusliste stehen, in Köln/Bonn starten und landen dürfen. Für Nicht-Bonuslisten-Flugzeuge, die bereits vor der Neuregelung im Einsatz waren, galt eine Übergangsfrist bis zum 31.10.2002. So hat z.B. DHL ihre Boeing 727 durch die Boeing 757 ersetzt, statt den Typen Boeing 747-200 und Boeing 737-200 fliegt Lufthansa Cargo nun mit MD 11 und dem Airbus A 300. Die Boeing 747-100/200 von UPS wurde ebenfalls durch MD 11 ersetzt.
 
  
FMS
 
Das Flight-Management-System ist ein rechnergestütztes automatisches System, das ohne manuelles Eingreifen des Piloten einprogrammierte Routen abfliegen kann.
 
  
GPS
 
Das Global-Positioning-System ist ein satellitengestütztes Navigationssystem zur Positionsbestimmung.
 
  
ICAO
 
Abkürzung für "International Civil Aviation Organization". Die ICAO ist die Weltorganisation der zivilen Luftfahrt und ist Teil der UN. Die von ihr erlassenen Bestimmungen sind grundlegend für die internationale Luftfahrt.
 
  
Kapitel-2-Flugzeuge
 
Sie werden auch Chapter-2-Flugzeuge genannt. Entsprechend den Lärmbestimmungen nach ICAO (International Civil Avi-ation Organization), Annex 16, Volume 1, Chapter 2. Kapitel-2-Flugzeuge zählen zu den lauten Flugzeugen und haben ihre Musterzulassung vor dem 6. Oktober 1977 erhalten. Innerhalb der EU gilt seit April 1995 ein Verbot für Kapitel 2-Flugzeuge, wenn diese älter als 25 Jahre sind. Ab dem 1. April 2002 dürfen innerhalb der EU keine Kapitel-2-Flugzeuge mehr eingesetzt werden.
 
  
Kapitel-3-Flugzeuge
 
Sie werden auch Chapter-3-Flugzeuge genannt. Es sind dies Flugzeugtypen, deren Musterzulassung nach dem 6. Oktober 1977 erfolgte und die den strengen Lärmbestimmungen der ICAO, Annex 16, Volume 1, Chapter 3 entsprechen. Innerhalb der EU erhalten Flugzeuge, die diesen Richtlinien nicht entsprechen, seit November 1990 keine Verkehrszulassung mehr. Das Bundesverkehrsministerium erfasst besonders leise Kapitel-3-Flugzeuge gesondert in der sogenannten Bonusliste. Im September 2001 hat man sich auf neue Grenzwerte nach ICAO, Annex 16, Chapter 4 geeinigt. Diese Bestimmungen müssen von allen Flugzeugen erfüllt werden, deren Musterzulassung nach dem 1. Januar 2006 erfolgen wird.
 
  
Lärmmessung
 
Gemäß § 19a LuftVG ist jeder Flughafen, der mit Strahlflugzeugen angeflogen wird, zur Fluglärmmessung verpflichtet. In der Umgebung des Flughafens Köln/Bonn geschieht dies mit zwölf stationären und drei mobilen Messstationen sowie einem Messwagen. Hinzu kommt noch eine von der Stadt Köln beschaffte Messstelle, für die durch die Flughafengesellschaft gewartet wird. Die Daten werden von der Fachabteilung Fluglärm und Immissionsmessung ausgewertet. Die Messergebnisse werden anschließend den Anliegergemeinden und den Genehmigungsbehörden zur Verfügung gestellt.
 
  
Lärmschutzbereiche
 
Nach dem 1971 erlassenen Fluglärmgesetz werden für Verkehrsflughäfen Lärmschutzbereiche festgesetzt. Der Lärmschutzbereich gliedert sich jeweils in zwei Schutzzonen. Die innere Schutzzone 1 umfasst das Gebiet, in dem der durch den Fluglärm hervorgerufene äquivalente Dauerschallpegel Leq 75 dB(A) übersteigt. In der äußeren Schutzzone 2 übersteigt der Leq einen Wert von 67 dB(A). Im gesamten Lärmschutzbereich dürfen Krankenhäuser, Alten- und Erholungsheime, Schulen und ähnliche in gleichem Maße schutzbedürftige Einrichtungen nicht errichtet werden. In Schutzzone 1 dürfen darüber hinaus keine Wohnungen gebaut werden.
 
  
Lärmschutzkommission
 
Der Paragraph 32 b des Luftverkehrsgesetzes schreibt für jeden Verkehrsflughafen die Bildung einer Lärmschutzkommission vor. Dieses Gremium ist berechtigt, der Genehmigungsbehörde ( im Fall des Flughafens Köln/Bonn ist dies das Ministerium für Verkehr, Energie und Landesplanung (MVEL) des Landes NRW) Maßnahmen zum Schutz der Bevölkerung vor Fluglärm vorzuschlagen. Für den Flughafen Köln/Bonn arbeiten in diesem 23 Mitglieder umfassenden Gremium die Kommunen Bergisch Gladbach, Bonn, Köln, Leverkusen, Lohmar; Hennef, Neunkirchen-Seelscheid, Overath, Rösrath, Sankt Augustin, Siegburg und Troisdorf sowie die Bundesvereinigung gegen den Fluglärm, die Condor Flugdienst GmbH, United Parcel Service (UPS), die Flughafen Köln/Bonn GmbH, die Deutsche Flugsicherung (DFS), die Flugbereitschaft des Verteidigungsministeriums, das MVEL als federführende Institution sowie das Umweltministerium von NRW.
 
  
Lärmteppich
 
Der Lärmteppich oder Footprint ist die Fläche am Boden, auf der bei Start oder Landung eines Flugzeugs ein bestimmter Lärmpegel erreicht bzw. überschritten wird.
 
  
LBA
 
Luftfahrt-Bundesamt
 
  
Low-Drag/Low-Power-Approach
 
Anflugverfahren mit geringer Antriebskraft.
 
  
MBWSV
 
Ministerium für Bauen, Wohnen, Stadtentwicklung und Verkehr des Landes Nordrhein-Westfalen.
 
  
NeSS
 
Im März 1999 wurde am Köln Bonn Airport mit dem NeSS-Verfahren (New Standard Instrument Departure and Standard Instrument Arrival Routes) ein neues Navigationsverfahren eingeführt.
Eine Beschreibung der Abflugrouten anhand von Wegepunkten ermöglicht die genaue Navigation mit dem Bordcomputer (FMS Flight Management System) oder GPS (Global Positioning System). Das FMS berechnet unter Berücksichtigung aller maßgeblichen Randfaktoren (Geschwindigkeit, Gewicht, Windverhältnisse etc.) die ideale Flugroute und verringert somit die Abweichung von der Ideallinie. Die Streubreite der Abflugkorridore wird somit erheblich reduziert.