Konrad Adenauer: Staatsmann, Europäer, Visionär

Konrad Adenauer (1876 – 1967) prägt und gestaltet als Politiker und Staatsmann seine Heimatstadt Köln, das Rheinland und die Bundesrepublik Deutschland über Jahrzehnte maßgeblich. Am 5. Januar 2026 wäre der Ausnahmepolitiker 150 Jahre alt geworden.

Nach dem 2. Weltkrieg setzt sich Adenauer bei den Besatzungsmächten dafür ein, dass im Süden der Domstadt ein internationales Luftverkehrsdrehkreuz aufgebaut wird. Der aufgrund dieses Engagements 1950 gegründete Flughafen ist danach als Regierungsflughafen bis zur Wiedervereinigung Bühne für die große Weltpolitik.

Seit 1994 trägt der Flughafen Köln/Bonn offiziell den Namenszusatz „Konrad Adenauer“ zu Ehren des großen Rheinländers.

Wegbereiter des Flughafens

Ein Leben für Köln und Deutschland

Konrad Adenauer mit Anzug und Hut vor der rechten Spitze des Kölner Doms.

Gestalter Kölns

Köln verdankt Adenauer viel: Als Oberbürgermeister (1917 – 1933) legt er den Grundstein für Messe, Grüngürtel, Müngersdorfer Stadion und die Autobahnverbindung Köln-Bonn. Der Butzweiler Hof wird zum „Luftkreuz des Westens“ ausgebaut. Adenauer ist Aufsichtsratsvorsitzender der Betreibergesellschaft.

Gründung des Flughafens

Nach dem Krieg setzt sich Adenauer, von 1949 bis 1963 erster Bundeskanzler, bei den Besatzungsmächten für einen zivilen Flughafen in Köln-Wahn ein. Für ihn ist die Anbindung der Hauptstadt Bonn an den internationalen Luftverkehr notwendig. Mit Erfolg: Am 8. Dezember 1950 wird die Flughafengesellschaft gegründet.

Zwei Propeller-Flugzeuge vor dem Abfertigungsgebäude des Flughafen Köln/Bonn in den 1950er Jahren.
Konrad Adenauer begrüßt den britischen Außenminister Anothony Eden vor einem Flugzeug.

Der Weg zur BRD

Von Beginn an begrüßt Adenauer politischen Besuch und Wegbereiter für den Wiederaufbau Deutschlands am Flughafen. 1954 landet Anthony Eden, Außenminister der britischen Besatzungsmacht, am CGN. Eden trägt 1955 maßgeblich zum NATO-Beitritt Deutschlands und zum Ende der Besatzung bei.

Royaler Besuch

Der Besuch Prinzessin Margarets, der Schwester von Queen Elizabeth, im Juli 1954 ist ein wichtiges Zeichen für die Wiederannäherung Deutschlands und Großbritanniens. Adenauer begrüßt sie standesgemäß mit Frack und Zylinder am Flughafen.

Konrad Adenauer begrüßt die britische Prinzessin Magaret im Frack mit Zylinder in der Hand.
Konrad Adenauer steht von Menschen umringt vor Mikrophonen. Im Hintergrund ist ein Flugzeug.

Diplomatische Beziehungen

Nach seiner Russland-Reise im September 1955, dem ersten Zusammentreffen von Regierungsdelegationen beider Länder nach dem Krieg, tritt Adenauer am CGN vor die Presse. Die Reise führt zur Aufnahme diplomatischer Beziehungen und Rückkehr der letzten Kriegsgefangenen aus Russland.

Deutsch-amerikanische Freundschaft

Dwight D. Eisenhower ist der erste US-Präsident, der die neu gegründete BRD nach dem Krieg als Verbündeter und Gesprächspartner besucht. Am Airport begrüßt Adenauer ihn im August 1959 mit militärischen Ehren. Der Besuch festigt die deutsch-amerikanische Freundschaft.

Konrad Adenauer und US-Präsident Dwight D. Eisenhauer auf dem Vorfeld vor einem Flugzeug der US Air Force.
Konrad Adenauer bei einer Flugzeugtaufe auf einer Flugzeugtreppe vor einer Lufthansa-Maschine vor Publikum.

Elegante Empfänge

Der Flughafen ist in der Adenauer-Ära Schauplatz für große Veranstaltungen und Empfänge. Im April 1960 tauft Adenauer vor mehreren Hundert geladenen Gästen ein Flugzeug der Lufthansa.

Internationale Verbindungen

Auch nicht-europäische Staatschefs besuchen regelmäßig die junge BRD. Jawaharlal „Pandit“ Nehru, erster indischer Ministerpräsident und Vater von Indira Gandhi, trifft Adenauer mehrfach am Köln Bonn Airport, wie hier 1960.

Konrad Adenauer schüttelt unter einem Regenschirm dem indischen Präsidenten Jawaharlal „Pandit“ Nehru die Hand.
Konrad Adenauer begrüßt den französischen Präsidenten Charles de Gaulle vor einem Flugzeug mit Händedruck.

Auf gute Nachbarschaft

Ein fester Händedruck als Symbol der wachsenden deutsch-französischen Freundschaft: Im Juli 1961 empfängt Adenauer den französischen Präsidenten Charles de Gaulle zum Staatsbesuch in Köln/Bonn.

Immer im Dienst

Der Airport als erweitertes Arbeitszimmer: Adenauer nutzt die Zeit auf seinen Dienstreisen, um zu arbeiten – wie hier auf einem Flug nach Kiel, wo er 1961 eine Wahlkampfrede vor 7.000 Menschen hält.

Konrad Adenauer schreibt an einem Tisch im Flugzeug in Papieren. Er trägt eine Brille.
Konrad Adenauer begrüßt US-Präsident John F. Kennedy mit Handschlag. Im Hintergrund sind Menschen und ein Flugzeug.

Weltpolitik am CGN

Im Rahmen seiner Europareise besucht US-Präsident John F. Kennedy im Juni 1963 Deutschland. Adenauer begrüßt den charismatischen Hoffnungsträger am Airport. Nach Stationen in Bonn und Köln geht es nach Berlin, wo JKF seine berühmte Rede mit den Worten „Ich bin ein Berliner“ hält.

Staatsbegräbnis für Adenauer

Adenauer stirbt 1967 mit 91 Jahren. Zu den Trauerfeierlichkeiten landen internationale Gäste am Flughafen, unter anderem US-Präsident Lyndon B. Johnson und der französische Staatschef Charles de Gaulle. Mit Adenauers Tod endet eine Ära.

Auf dem Vorfeld stehen eine Militärkapelle, uniformierte Personen, verschiedene Fahrzeuge und ein Flugzeug.
Die Büste im Terminal zeigt Konrad Adenauers Gesicht. Darüber hängt ein Umriss von Terminal 1.

Würdigung einer Ausnahme-Persönlichkeit

Ehrung eines großen Staatsmanns: Seit dem 4. Oktober 1994 trägt der Flughafen den Namenszusatz „Konrad Adenauer“. Damit wird sein außerordentlicher Einsatz für den Airport, seine prägende Rolle für die Region und seine herausragende politische Leistung gewürdigt. Eine Büste im Terminal erinnert an Adenauer.